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August 19, 2026
Thesis 2027 setzt darauf, dass menschliches Urteilsvermögen die KI-Automatisierung überdauern wird
Everys neue Konferenz in Brooklyn bringt KI‑Entwickler, Führungskräfte und Kreative um eine optimistische These herum zusammen: Automatisierung wird Arbeit in Richtung Urteilsvermögen und Erfindung verschieben – auch wenn die Sorgen um Arbeitsplätze und menschliche Handlungsfähigkeit anhalten.
Automatisierungsangst bekommt ihre eigene Konferenz – nur wollen die Organisatoren, dass die Teilnehmenden sie als Auftakt begreifen, nicht als Nachruf auf menschliche Arbeit.
Every kündigte Thesis: 2027 an, seine erste jährliche Zusammenkunft, für den 5. November 2026 im Pioneer Works in Brooklyn. Die eintägige Veranstaltung soll Leiter von Forschungslaboren, Tool‑Builder und Unternehmensverantwortliche in einem Raum zusammenbringen – rund um eine bewusst weit gefasste Frage: „Wie sieht großartige menschliche Arbeit nach der Automatisierung aus?“1
Der Start erfolgt vor dem Hintergrund vertrauter Befürchtungen, dass KI Arbeitsplätze ersetzen, das Denken schwächen und Daten kompromittieren wird. Every erkennt diese Sorgen an, argumentiert aber, dass bereits eine kleinere, verteilte Gruppe die Werkzeuge für „ehrgeizigere, kreativere und interessantere menschliche Arbeit“ nutzt.1 Die Antwort darauf ist eine intime, bewerbungsbasierte Konferenz – außerdem kostenlos im Livestream –, bei der die Teilnehmenden vergleichen können, was jenseits der üblichen futuristischen Prognosen tatsächlich funktioniert.
Bis 2027, so die Organisatoren, werde sich der Schwerpunkt von der Ausführung zum Urteilsvermögen verlagern. „KI‑Fortschritt schafft mehr Arbeit für Menschen, nicht weniger“, heißt es auf der Veranstaltungsseite; Menschen werden mehr Zeit damit verbringen zu entscheiden, was wichtig ist, kreativ zu denken und das aufzubauen, was als Nächstes kommt.2 Diese optimistische Prämisse beseitigt den Skeptizismus nicht: Die Konferenz erklärt, informierte Skeptiker seien willkommen, vorausgesetzt, sie kennen die Werkzeuge und bleiben einer positiven KI‑Zukunft gegenüber offen.2
Das Programm spiegelt diese Spannung zwischen großen Behauptungen und praktischer Nutzung wider. Etwa 400 Gründer, Führungskräfte und Builder werden zu Keynotes, Debatten, Executive‑Roundtables, Workshops und Sprechstunden erwartet. Zu den Sprecherinnen und Sprechern gehören Notion‑CEO Ivan Zhao, OpenAI‑Codex‑Technical‑Staff‑Mitglied Andrew Ambrosino, Anthropics Leiterin für angewandte KI Cat de Jong, Atlantic‑CEO Nicholas Thompson und Runway‑Mitgründer Cristóbal Valenzuela.1
Every hat das Treffen außerdem eher als öffentliche Auseinandersetzung denn als einzelne Prognose gerahmt. Die fortlaufende Sammlung „Thesis Statements“ reicht von der Behauptung, dass Antworten billig und Fragen wertvoll werden, bis hin zu Vorhersagen, dass „Wisdom Work“ Wissensarbeit ersetzen wird und sichtbar exzellente Jobs bestehen bleiben.3 Am 5. November werden diese konkurrierenden Wetten in Brooklyn im direkten Austausch auf die Probe gestellt.