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August 21, 2026

Jason Kelces Pipi-Witz enthüllt das sehr reale Wasserproblem von KI-Rechenzentren

Eine virale Kampagne von Garage Beer und Liquid Death macht aus der Kühlung von KI-Rechenzentren einen derben Witz, während Wasserexpert:innen sagen, dass aufbereitetes Abwasser helfen könnte – allerdings nur dort, wo die teure Infrastruktur bereits existiert.

Jason Kelces Einladung, Urin an KI-Rechenzentren zu schicken, ist bewusst lächerlich. Die dahinterstehende Wasserangst ist es nicht: Während der Bau von Rechenzentren immer schneller voranschreitet, wird der Kampf darum, wer das lokale Wasser nutzen darf, für die Branche zunehmend unmöglich zu ignorieren.

Die Kampagne, die am Dienstag von Garage Beer und Liquid Death veröffentlicht wurde, stellt den ehemaligen NFL-Spieler vor ein Glas mit gelber Flüssigkeit, damit er erklären kann, dass KI-Rechenzentren „Millionen Gallonen Wasser verschwenden“. Anschließend fordert sie die Zuschauer:innen auf, ihr Pipi an ein Rechenzentrum ihrer Wahl zu schicken – während der Kleingedruckte Text sie eindringlich warnt, es nicht wirklich zu tun.

Die Marken inszenieren die Aktion sowohl als Provokation als auch als Botschaft im öffentlichen Interesse. Liquid-Death-Kreativ-Vizepräsident Andy Pearson sagte, der Widerstand gegen KI-Rechenzentren sei eines der wenigen Themen, das politische und kulturelle Grenzen überschreite, während Garage-Beer-Chef Andy Sauer Wasser „die wertvollste Ressource der Welt“ nannte. Die Aktion erscheint vor dem Hintergrund von Protesten und Klagen gegen geplante Anlagen, bei denen Anwohner:innen Alarm schlagen wegen Wasserverbrauch, Stromnachfrage, Versorgungs­kosten und Lärm.

Doch die derbe Prämisse des Spots streift eine praktikable, wenn auch weit weniger glamouröse Lösung. Aufbereitetes Abwasser – einschließlich Wasser, das einst Urin enthielt – kann für industrielle Kühlung wiederverwendet werden, sagen Expert:innen. „Man würde nicht einfach Pipi benutzen, aber man kann es reinigen und daraus nutzbares Wasser machen“, sagte Bruno Pigott von der WateReuse Association.

Das ist jedoch kein einfacher Ausweg. Im Loudoun County, Virginia, nutzten Rechenzentren im Jahr 2025 täglich rund 200 Millionen Gallonen recyceltes Wasser, dennoch entfielen auf Trinkwasservorräte weiterhin 260 Millionen Gallonen, also 57 % ihres Wasserverbrauchs. Ländliche Projekte können mit noch härteren Einschränkungen konfrontiert sein: Kläranlagen sind möglicherweise nicht groß genug, um die erforderlichen Mengen zu liefern und zu behandeln.

Der Witz hat auch eine zynischere Lesart provoziert. Eine Kritikerin nannte ihn einen „offensichtlichen PR-Stunt“ und wies auf die zentrale Anweisung hin, die ganz klar lautet: „Schick dein Pipi nicht an Fremde.“ Dennoch hat der Spot erreicht, was seine Sponsoren wollten – er macht ein Infrastrukturproblem so anschaulich, dass es zur Pointe werden konnte.