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August 24, 2026

KI füllt das Web schneller, als Detektoren Schritt halten können

Eine Untersuchung des Pew Research Center ergab, dass 35 % der Webseiten, die nach der Veröffentlichung von ChatGPT publiziert wurden, Anzeichen von KI-Autorschaft zeigen. Das Ergebnis weist auf ein sich rasant automatisierendes Web hin und unterstreicht zugleich die Unsicherheit, die in Erkennungstools eingebaut ist.

Die neuesten Seiten im Web werden zunehmend von Maschinen geschrieben – oder stark überarbeitet –, doch dieser Befund hat einen entscheidenden Vorbehalt: Die Werkzeuge zur Erkennung von KI-Texten sind nach wie vor unvollkommen.

Der Wandel beschleunigte sich nach dem Start von ChatGPT am 22. November 2022. Bei der Auswertung von nahezu einer halben Million englischsprachiger Seiten aus dem Common-Crawl-Archiv stellte das Pew Research Center fest, dass mehr als ein Drittel der Seiten, die nach diesem Datum veröffentlicht wurden, wahrscheinlich von KI erstellt oder wesentlich bearbeitet wurden. Ein Bericht über die Ergebnisse bezifferte den Anteil auf 35 % – ein eindrucksvolles Maß dafür, wie schnell generative Werkzeuge sich von einer Neuheit zu Routine-Instrumenten der Webproduktion entwickelt haben.

Der breitere Gesamteindruck wirkt zunächst weniger dramatisch. In einer Zufallsstichprobe von 10.000 Seiten, die im Juli 2026 erfasst wurden, zeigten rund 10 % deutliche Anzeichen von KI-Autorschaft. In diesem Pool befanden sich jedoch auch ältere Seiten, die veröffentlicht wurden, bevor gängige KI-Schreibwerkzeuge existierten. Als Pew diese herausfilterte und sich auf die Zeit nach der Einführung von ChatGPT konzentrierte, stieg der Anteil deutlich an.

Das Muster unterscheidet sich zudem je nach Domain. Kommerzielle .com-Seiten wiesen offenbar etwa zehnmal so häufig Anzeichen von KI-Autorschaft auf wie .edu- und .gov-Seiten, die jeweils bei rund 1 % lagen; .org-Seiten kamen auf 4,6 %. Das Ergebnis stützt den Eindruck, dass sich das offene kommerzielle Web zunehmend in einen automatisierten Marktplatz für Text verwandelt.

Dennoch beansprucht die Studie kein endgültiges Urteil über einzelne Seiten. Pew stützte sich auf die Erkennungstechnologie von Open Pangram, und Detektoren können fälschlicherweise von Menschen verfasste Inhalte als maschinell erstellt einstufen. Die eher belastbare Schlussfolgerung betrifft den breiteren Trend: Neuere Seiten zeigen weitaus mehr der Signale, die mit KI-Schreibprozessen in Verbindung gebracht werden. Wie ein weiterer Bericht über die Untersuchung feststellte, ist das offene Web inzwischen „übersät mit KI-generierten Texten“, während die Systeme, die diese Grenze überwachen sollen, nach wie vor fehlbar sind.