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August 25, 2026

Harvards KI-Professorenklone versprechen Zugang, stellen aber den Wert menschlicher Lehre auf die Probe

Die Harvard Business School verkauft ein 699‑Dollar-Online-Bootcamp für Start-ups, in dem KI-Fakultätsavatare unbegrenztes Pitch-Training anbieten. Die Schule sagt, die Klone würden Live-Mentoren für bessere Gespräche freisetzen, während Kritiker dieses Modells fragen, was eine Elitebildung verliert, wenn die Fakultät zu Software wird.

Harvard Business School versieht unermüdliches Feedback von Dozierenden mit einem Preisschild: 699 US-Dollar für acht Wochen mit KI-Versionen ihrer Professoren. Die Wette ist, dass Gründer digitale Mentoren als Eintrittskarte in eine Welt akzeptieren, die sonst von Studiengebühren, Netzwerken und knapper persönlicher Zeit bewacht wird.

Das Experiment ist Teil von HBS Foundry, einem „KI-nativen digitalen Arbeitsraum“ für Unternehmer. Die sieben Fakultätsavatare sollen Gründer so oft wie nötig durch Investoren-Pitches, Verkaufsgespräche und Vorstandssitzungen führen, während wöchentliche Live-Sitzungen weiterhin Teil des Programms bleiben. Harvard sagt, dass bisher 760 Gründer teilgenommen haben, und der Kurs endet mit der Chance, Investoren um 100.000 US-Dollar zu pitchten.

Foundry-Direktorin Kat Rings sagte, das Angebot sei von Gründern geprägt worden, die getestet werden wollten, bevor sie echten Mentoren und Investoren begegnen. „Die Idee für die KI-Erlebnisse kam von den Gründern selbst“, sagte sie und argumentierte, dass die Probe die späteren menschlichen Gespräche „noch bedeutungsvoller“ mache. Professor Shikhar Ghosh, dessen Ebenbild zu den geklonten gehört, zieht eine schärfere Grenze: „Das Ziel ist nicht, einen Ersatz für mich zu schaffen.“ Stattdessen solle das Tool, so sagte er, das Denken der Gründer anstoßen, sodass die Live-Zeit sich auf „menschliches Urteilsvermögen und Gespräch“ konzentrieren könne.

Diese Unterscheidung ist das Verkaufsargument – und die ungelöste Spannung. Die Avatare wurden von HeyGen gebaut, nachdem ein erster Test dazu geführt hatte, dass Studierende um mehr Anleitung baten, als ein Chatbot liefern konnte. In einem Test-Pitch bei einer KI-Kopie des Risikokapitalgebers Jeff Bussgang lehnten sowohl der echte Investor als auch sein digitales Gegenstück ein „Uber für Bananen“-Konzept ab; der Avatar allerdings lieferte seine Antwort mit einem auffällig eingefrorenen Lächeln.

Bussgang räumte ein, dass sein digitales Double „ein bisschen unheimlich“ sei, fügte aber hinzu: „Meine Studierenden lieben es.“ Befürworter sehen darin eine kostengünstige Möglichkeit, Übung zu skalieren und den Zugang über Cambridge hinaus zu erweitern. Skeptiker sehen eine weitaus heiklere Frage: ob eine Schule das Urteilsvermögen ihrer Professoren verpacken kann, ohne die persönliche Verbindung zu verwässern, die dieses Urteilsvermögen überhaupt erst wertvoll macht.