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August 25, 2026
Citadel-Notverkauf eines KI-Fonds zieht Aufmerksamkeit der SEC auf sich
Situational Awareness ritt auf einem KI-Aktienboom, bevor Margin Calls einen schnellen Ausstieg aus börsennotierten Positionen an Citadel erzwangen. Nun fordert die SEC Informationen von Wall-Street-Banken an, während der Fonds seine Zusammenarbeit zusichert.
Situational Awareness verwandelte eine kühne KI-Wette in spektakuläre Gewinne – und sah dann zu, wie Fremdfinanzierung eine Marktumkehr in einen Notverkauf verwandelte. Die Abwicklung seiner börsennotierten Aktienpositionen an Citadel hat nun die Aufseher an die Tür der Wall Street geführt.
Der 2024 vom ehemaligen OpenAI-Forscher Leopold Aschenbrenner gegründete Fonds stützte seine Strategie auf die enorme Infrastruktur, die für die Skalierung künstlicher Intelligenz benötigt wird: Chips, Speicher, Rechenleistung und Energie. Diese These zahlte sich zunächst eindrucksvoll aus. Der Fonds erzielte bis Juni eine Rendite von 439 % und verwaltete auf dem Höhepunkt Medienberichten zufolge bis zu 45 Milliarden US-Dollar.1
Der Schwung brach während des jüngsten Ausverkaufs bei KI-Infrastrukturaktien. Positionen in Unternehmen wie SK Hynix, Sandisk, Bloom Energy und Nebius fielen stark, als Anleger infrage stellten, ob die hohen KI-Ausgaben kurzfristig Umsätze bringen würden. Verluste wurden durch geliehenes Geld verstärkt, und eine Welle von Margin Calls zwang Situational Awareness dazu, mit der Liquidierung von Positionen zu beginnen.1
Der Rückzug beschleunigte sich rasch. Nachdem der Fonds Medienberichten zufolge frisches Kapital gesucht hatte, verkaufte er laut einer Quelle von Axios sein gesamtes Portfolio an börsennotierten Aktien an Ken Griffins Citadel.2 Der Schritt von Citadel spiegelte eine deutlich andere Ausgangslage wider: die Fähigkeit, notleidende, KI-gebundene Vermögenswerte zu kaufen und auf eine Erholung des Sektors zu warten. Situational Awareness hingegen behielt private Beteiligungen – insbesondere einen Anthropic-Anteil, der Berichten zufolge mit 5 Milliarden US-Dollar bewertet wurde.1
Nun hat die Securities and Exchange Commission großen Wall-Street-Banken Vorladungen zugestellt und Informationen im Zusammenhang mit der Handelstätigkeit des Fonds angefordert, berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen.3 Die Aufsichtsbehörde lehnte eine Stellungnahme ab, und eine Untersuchung bedeutet nicht, dass der Fonds selbst Ziel eines Durchsetzungsverfahrens ist.3
Situational Awareness stellte die Prüfung als vorhersehbare Konsequenz seines Aufstiegs und Falls dar: „Es ist zu erwarten, dass Aufsichtsbehörden jeden Fonds genau unter die Lupe nehmen, der stark im Fokus steht, erhebliche Renditen erzielt oder besonders dramatische Verluste erleidet.“ Weiter hieß es: „Wir sind ein stark reguliertes Unternehmen und werden in größtmöglichem Umfang mit jeder Anfrage der Aufsichtsbehörden kooperieren.“3