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August 28, 2026
Gates will Menschen vor dem Jobschock durch KI schützen
Bill Gates fordert Regierungen dazu auf, bestimmte Arbeit für Menschen zu reservieren und Automatisierung zu besteuern, während die KI voranschreitet. Die Vorschläge sollen einen bevorstehenden Umbruch auf dem Arbeitsmarkt abfedern, wecken jedoch erneut Befürchtungen, Innovation und Wachstum zu bremsen.
Bill Gates sieht einen KI-Boom, der Medizin, Bildung und öffentliche Dienstleistungen verbessern könnte — und zugleich die Arbeit aushöhlt, die Millionen Menschen Sicherheit, Sinn und einen Einstieg ins Erwachsenenleben gibt.
In einem am Mittwoch veröffentlichten Essay mit fast 6.000 Wörtern warnte der Microsoft-Mitgründer, dass politische Entscheidungsträger für einen wirtschaftlichen Wandel, der seiner Ansicht nach sowohl Büroangestellte als auch letztlich körperliche Berufe treffen wird, zu langsam handeln. „Viele Arbeitsplätze werden für immer verschwinden“, schrieb er und argumentierte, dass junge Menschen besonders gefährdet sein werden, da Einstiegspositionen verschwinden und Roboter leistungsfähiger werden.1
Seine Antwort ist ungewöhnlich interventionistisch. Gates schlägt „Human Reserved“-Arbeit vor: Rollen oder Aufgaben, die die Gesellschaft in menschlicher Hand behalten würde, selbst wenn KI oder Roboter sie erledigen könnten. Die Begründung betrifft nicht nur Beschäftigung. Eine Maschine könnte technisch zwar in der Lage sein, eine unheilbare Diagnose zu übermitteln, sagte er, „doch sie sollte es nicht“.2 Kinderbetreuung, Geschworenendienst, Gesundheitsversorgung und Bildung könnten unter menschlicher Kontrolle bleiben, wobei KI als Assistent statt als Ersatz eingesetzt würde.
Gates will außerdem die steuerlichen Anreize verändern, die die Automatisierung vorantreiben. Arbeitgeber zahlen Lohnsteuern für Beschäftigte, können Maschinen aber in der Regel als Betriebsausgaben absetzen, argumentiert er; eine Besteuerung von KI-Tokens und Robotern würde Ersatz langsamer machen und Umschulungen sowie ein stärkeres soziales Netz finanzieren. „Das Steuersystem drängt einen dazu, Menschen durch Maschinen zu ersetzen“, schrieb Gates.3
Die Vorschläge bergen eigene politische und wirtschaftliche Risiken. Gates hat bereits zuvor Robotersteuern ins Spiel gebracht, und der ehemalige Finanzminister Larry Summers argumentierte 2017, eine solche Abgabe drohe zu „Protektionismus gegen Fortschritt“ zu werden.4 Kritiker stehen zudem vor einer praktischen Frage, die Gates nicht vollständig beantwortet: Wer entscheidet, welche Arbeitsplätze ausschließlich Menschen vorbehalten sind, und wie kann ein Land Schutzmaßnahmen durchsetzen, wenn ausländische Wettbewerber automatisieren?
Gates räumt das Ausmaß des Kampfes ein. Er sagte Axios, in einer Ära intensiver Polarisierung wäre eine umfassende Reform nötig — doch er würde seine Reputation darauf setzen, dass KI „sehr schlecht für den Arbeitsmarkt“ sein werde.2