Story
August 30, 2026

Meta schließt seine Aufzeichnungslücke, doch der Datenschutzstreit wird größer

Meta hat verhindert, dass seine KI-Brillen aufnehmen, wenn ihre Warnleuchte abgedeckt ist, doch Kritiker sagen, der Patch lasse Fragen zu heimlichen Aufnahmen, Einwilligung und dem Umgang mit intimem Bildmaterial offen.

Meta zufolge macht die jüngste Schutzmaßnahme seine Smart Glasses für Menschen in der Nähe transparenter; Datenschutzkritiker und Kläger argumentieren, dass die Behebung einer Umgehungsmöglichkeit wenig dazu beiträgt, die weiterreichenden Risiken der Technologie in Bezug auf Überwachung, Aufnahmen ohne Einwilligung und undurchsichtige Datennutzung zu lösen.

Der Streit entstand aus einer einfachen Umgehung. Metas Brillen waren so konzipiert, dass ihre Kameras deaktiviert werden, wenn die nach vorn gerichtete Aufnahme-LED vor Beginn der Aufnahme abgedeckt wurde. Nutzer stellten jedoch fest, dass sie zunächst filmen und dann das blinkende Licht verdecken konnten — womit sie das Signal aushebelten, das Umstehende warnen sollte.

Meta hatte die Schutzmaßnahmen gegen physische Manipulationen an der LED bereits verschärft. Nun sagt Alex Himel, Leiter des Augmented-Reality-Bereichs des Unternehmens, ein weiteres Update werde sicherstellen, dass „die Kamera nun nicht mehr funktioniert, wenn das Licht während einer Aufnahme abgedeckt wird.“ Das Unternehmen stellt den Schritt als Verstärkung eines funktionierenden Systems dar: Himel sagte, nur „eine winzige Minderheit“ versuche, die Schutzmaßnahmen zu umgehen, und ihre Bemühungen belegten den Wert der Sicherheitsvorkehrungen.

Neben der Softwareänderung hat Meta an Orten, an denen die Verkäufe stark waren, eine Kampagne zur öffentlichen Aufklärung gestartet. Eine Plakatwand in Los Angeles bringt die Botschaft auf den Punkt: „Die Kamera ermöglicht es dir, den Moment festzuhalten. Das Licht zeigt allen um dich herum, wann du das tust.“

Kritiker sehen darin eine enger gefasste Lösung als Meta. Sie sagen, modifizierte Hardware oder weniger auffällige Abdeckungen, darunter halbtransparente Aufkleber, könnten die Warnleuchte weiterhin beeinträchtigen. Europäische Regulierungsbehörden prüfen, ob die LED als öffentlicher Datenschutzmechanismus angemessen getestet wurde; Deutschland erwägt nach einer Strafanzeige ein Verbot, während der Europäische Datenschutzausschuss voraussichtlich Maßnahmen zur Verhinderung von Aufnahmen ohne Einwilligung bewerten wird.

Die Auseinandersetzung beschäftigt auch US-Gerichte. Eine vorgeschlagene landesweite Sammelklage wirft Meta vor, sein Datenschutzmarketing verschleiere eine menschliche Überprüfungskette, in der Aufnahmen von Datenannotatoren für das KI-Training angesehen werden. Die Klage argumentiert, Nutzer könnten nicht kontrollieren, was mit ihren eigenen Daten — oder den Daten von Menschen in ihrer Umgebung — geschieht, und verweist auf intime Aufnahmen, die angeblich ohne Kenntnis der betroffenen Person gemacht wurden. Metas LED-Patch mag eine offensichtliche Lücke schließen, doch für seine Gegner bleibt die zentrale Frage: Wer ist geschützt, sobald die Kamera eingeschaltet ist?