Story
September 1, 2026
Trumps Anordnung zu „Lake America“ entfacht erneut einen Grenzstreit, dem Kanada sich nicht anschließen will
Trump hat US-Behörden angewiesen, den Ontariosee mitten in einem Handelsstreit mit Kanada „Lake America“ zu nennen. Kanadische Politiker weisen die Änderung zurück, während Google sie für US-Nutzer vor den Aktualisierungen der Bundeskarte bereits anwendet.
Trump stellt die Umbenennung angesichts eines sich verschärfenden Handelskonflikts als Bekräftigung der US-Autorität dar, während kanadische Politiker sie als vergebliche Brüskierung von Geschichte und Geografie ansehen. Kartenplattformen wiederum gehen Kompromisse ein – oder weigern sich, mitzuspielen.
Der Streit verschärfte sich, nachdem die Handelsgespräche zwischen den USA und Kanada gescheitert waren und beide Länder Zölle auf Waren im Wert von Milliarden Dollar verhängt hatten. Am Donnerstag unterzeichnete Präsident Donald Trump eine Executive Order, mit der das Innenministerium angewiesen wird, den Ontariosee im US-Dienst für geografische Namen als „Lake America“ aufzuführen. Er erklärte die Änderung für „offiziell und sofort wirksam“, obwohl die Anordnung den Behörden 30 Tage für die Umsetzung einräumt.1
Trump bestand darauf, dass der Schritt nicht als geopolitische Botschaft gedacht sei, verband ihn jedoch mit bekannten Vorwürfen gegen Kanada: Kanada habe die USA in Handels- und Militärfragen „seit Langem über den Tisch gezogen“, sagte er. Er deutete zudem an, dass die Kampagne zur Umbenennung letztlich den Atlantik oder den Pazifik erreichen könnte.1
Kanada kann nicht gezwungen werden, die US-Bezeichnung zu übernehmen. Premierminister Mark Carney verwies auf die indigenen Wurzeln des Sees und seine Geschichte vor der modernen Gründung beider Länder und schrieb, Kanadier wüssten, dass „Realität benennen bedeutet, ihn Ontariosee zu nennen – damals, heute und immer“. Der Premier von Ontario, Doug Ford, und der Premier von Nova Scotia, Tim Houston, äußerten sich ebenso unverblümt, während die Gouverneurin von New York, Kathy Hochul, sagte, ihr Bundesstaat werde Trumps bevorzugten Namen nicht verwenden.1
Bis Samstag hatte Google Maps begonnen, US-Nutzern „Lake America“ anzuzeigen, obwohl die GNIS-Basiskarte der Bundesregierung weiterhin den Ontariosee zeigte und die offizielle Aktualisierung als ausstehend kennzeichnete. Google erklärte, es folge dem U.S. Geographic Names Information System; kanadische Nutzer sehen weiterhin den Ontariosee, während Nutzer andernorts den Ontariosee mit „Lake America“ in Klammern sehen.2
Die digitale Reaktion ist nicht einheitlich. Apple Maps hatte die Bezeichnung zum Zeitpunkt der Berichterstattung nicht geändert, und MapQuest erklärte, die Umstellung überhaupt nicht vorzunehmen – was unterstreicht, dass Trump die Terminologie der US-Regierung bestimmen kann, nicht aber die Weltkarte.2