Story
September 2, 2026
Das Pentagon will KI in den Arbeitsablauf jedes Soldaten integrieren.
Das Verteidigungsministerium erweitert seine Plattform GenAI.mil um militärische Versionen von ChatGPT und Grok und argumentiert, die Tools würden Routinearbeiten beschleunigen und Einsätze verbessern. Der Vorstoß weckt jedoch auch bekannte Sorgen über eine überhastete Einführung, Datensicherheit und die Rolle von KI in der Kriegsführung.
Das Pentagon sieht generative KI als Kraftmultiplikator für eine überlastete Belegschaft, während Sicherheitsbeamte und einige Insider in der Einführung einen Prozess sehen, der erst beweisen muss, dass er vertrauenswürdig ist, bevor er zur Routine wird.
Die Kampagne begann mit der Einführung von GenAI.mil im Dezember, das zunächst eine spezialisierte Version von Googles Gemini anbot. Das Ministerium hat seither mehr als 1,7 Millionen seiner rund 3 Millionen militärischen und zivilen Beschäftigten registriert – ein Zeichen für die schnelle institutionelle Übernahme, obwohl die frühe Einführung der Plattform einige Mitarbeiter überraschte.1
Die Einführung im Dezember erfolgte so abrupt, dass ein Pop-up, das Beschäftigte zur Nutzung von KI aufforderte, laut Berichten über die Einführung zunächst von mindestens einem Büro der Army für einen möglichen Cyberangriff gehalten wurde. Verteidigungsminister Pete Hegseth formulierte dennoch eine kompromisslose Erwartung: „KI sollte jeden einzelnen Tag Teil Ihres Einsatzrhythmus sein.“2
Nun hat das Ministerium OpenAIs ChatGPT Mil und Starshield AIs Grok for Government zu GenAI.mil hinzugefügt. Beide sind für die Verarbeitung von Controlled Unclassified Information auf Impact Level 5 zugelassen, und Pentagon-Beamte sagen, die Tools könnten dokumentenintensive Arbeiten in Planung, Logistik, Verwaltung und Auftragsvergabe übernehmen. ChatGPT Mil, so das Ministerium, bringe „eine vertraute kommerzielle Erfahrung in die sichere Umgebung des Ministeriums, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Soldaten.“2
OpenAI stellt die Veränderung weniger als Abkürzung auf dem Schlachtfeld dar denn als Möglichkeit, Arbeitszeit zurückzugewinnen. Der Leiter des Regierungsgeschäfts, Joe Larson, sagte, der Dienst werde nicht klassifizierte Arbeit effizienter machen und Personal freisetzen, damit es sich auf den Auftrag konzentrieren könne.2 Die Begründung des Pentagons für die Aufnahme von Grok ist umfassender: Mehrere Spitzenmodelle verringerten, so das Argument, die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern und schafften ein widerstandsfähigeres KI-Ökosystem.3
Doch die Eile trägt einen Warnhinweis. Die Defense Counterintelligence and Security Agency warnte im Juni, dass nicht autorisierte oder eingebettete „Schatten-KI“ „eine massive, unüberwachte Angriffsfläche“ schaffen könne, da neue Risiken Schutzmaßnahmen und Governance überholten.3 Die Wette des Pentagons lautet, dass ein streng kontrollierter, interner Zugang diese Gefahr übertreffen kann – bevor Nutzer auf weniger sichere Alternativen ausweichen.