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September 2, 2026
Anleihe-Rutsch offenbart schrumpfenden Handlungsspielraum der Regierungen
Ein globaler Ausverkauf bei Staatsanleihen hat die maßgeblichen Kreditkosten steigen lassen, da Anleger mit erneut aufflammender Inflation, höheren Ölpreisen und wachsenden Staatsschulden konfrontiert sind. Die Märkte fragen nun, ob Regierungen einen weiteren Schock verkraften können.
Der Ausverkauf am Anleihemarkt wird als mehr als ein technischer Rückzug verstanden: Anleger sehen Inflation und geopolitische Risiken mit Schuldenlasten kollidieren, denen Regierungen bislang kaum entschlossen begegnet sind.
Der Einbruch beschleunigte sich bis Mittwoch nach einem erneuten Inflationsschock, verstärkt durch den Konflikt im Nahen Osten und steigende Ölpreise. Die staatlichen Kreditkosten stiegen in den großen Volkswirtschaften: Die Rendite der zehnjährigen deutschen Bundesanleihe erreichte ihren höchsten Stand seit 2011, Japans zehnjährige Rendite stieg erstmals seit drei Jahrzehnten über 3 %, und die Renditen zehnjähriger britischer Staatsanleihen erreichten ein neues Hoch seit 2008. Auch die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen berührte vor einem leichten Rückgang ihren höchsten Stand seit November 2023. Da Renditen steigen, wenn Anleihepreise fallen, markierten diese Bewegungen einen breit angelegten Rückzug aus Staatsanleihen.1
Der unmittelbare Auslöser ist ein veränderter Zinsausblick. Die Märkte erwarten, dass Zentralbanken ihre Geldpolitik in diesem Monat straffen werden; die nächste Erhöhung der Europäischen Zentralbank ist nach neuen EU-Inflationsdaten bereits vollständig eingepreist. Der Vorsitzende der Federal Reserve, Kevin Warsh, schlug in Jackson Hole einen restriktiven Ton an, während die Bank of Japan Berichten zufolge eine Anhebung zur Stützung des schwächer werdenden Yen erwägt.1
Die tiefer liegende Sorge der Anleger gilt jedoch der Fiskalpolitik. George Maris, Chief Investment Officer und globaler Aktienchef bei Principal Asset Management, sagte, „die grundlegenden Prinzipien [an den Märkten] sind etwas wackeliger als zuvor“, da die Kosten für Geld und Risiken weltweit steigen.1 Er warnte, die Schuldenstände lägen „auf stratosphärischem Niveau und steigen weiter“, und fügte hinzu: „Ich sehe nirgendwo den politischen Willen, dies anzugehen.“1
Der Zeitpunkt verschärft die Besorgnis. Aktien sind nach einer starken, von KI befeuerten Rally in einen Risikoaversionsmodus übergegangen, doch das globale Wachstum bleibt gesund. Für Maris macht dies den Schuldenanstieg noch beunruhigender: Die Volkswirtschaften treten mit weniger fiskalischem Spielraum, als sie haben sollten, in die nächste potenzielle Störung ein.1