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September 3, 2026
GoPros 285-Millionen-Dollar-Rettungsanker bringt eine Neuausrichtung auf Verteidigung mit sich
Die Fusion von GoPro mit Starman Optical tilgt die Schulden des Unternehmens und verspricht neue Märkte für KI und Verteidigung, doch der wenig bekannte Käufer und der abrupte Strategiewechsel werfen große Fragen über dem Pionier der Actionkameras auf.
GoPros Führung sieht in der Vereinbarung mit Starman Optical einen Weg aus der finanziellen Notlage hin zu einem breiter aufgestellten US-Optikgeschäft, das Verbraucherausrüstung, KI-Infrastruktur und nationale Sicherheit umfasst. Externe Beobachter sehen eine bekannte Kameramarke, die von einem Käufer mit wenig operativer Erfolgsbilanz in eine ehrgeizige Neuausrichtung gedrängt wird.
Der Wandel hatte sich seit Monaten angebahnt. Im April erklärte GoPro, mit der Beratung für Verteidigung und Luft- und Raumfahrt zu beginnen; bis Juni hatte das Unternehmen Aktionäre gewarnt, dass ihm ohne frisches Kapital das Aus drohen könnte. Gründer und CEO Nick Woodman investierte daraufhin im Juli 20 Millionen Dollar in das Unternehmen, nachdem Jahre gescheiterter Experimente jenseits von Actionkameras, Entlassungen und eine Schuldenlast von 92 Millionen Dollar den Star des Börsengangs von 2014 eingeholt hatten.1
Am Dienstag stimmte Starman Optical einer Fusion mit GoPro im Rahmen einer Bartransaktion über 285 Millionen Dollar zu. Die Aktionäre sollen 1,14 Dollar je Aktie erhalten und rund 10 % des fusionierten Unternehmens behalten, das weiterhin an der Nasdaq notiert sein wird. Die Schulden sollen bei Abschluss der Transaktion, der bis Jahresende erwartet wird, zurückgezahlt werden.1 Die GoPro-Aktien stiegen nach der Ankündigung um 40 %, während der YouTuber Markiplier – der wenige Tage zuvor eine Beteiligung von 8,5 % offengelegt hatte – zu den bemerkenswerten Profiteuren gehörte.2
Woodman stellte die Fusion als mehr als eine Rettungsaktion dar. „Wir erwarten, dass diese Fusion GoPro in die Lage versetzt, als führendes amerikanisches Unternehmen für Bildgebungs- und Optiklösungen in Verbraucher-, gewerblichen und Verteidigungsmärkten zu wachsen“, sagte er und verknüpfte die Strategie mit Kameras, Optik und KI-Infrastruktur.1 Charles Tebele, Chief Executive von Starman Holdings, argumentierte, die Verbindung könne die Produktion kritischer optischer Komponenten in die USA zurückbringen, indem GoPros geistiges Eigentum mit Starmans Transceiver-Technologie und Plänen für eine heimische Fertigung kombiniert werde.1
Doch das Versprechen beruht auf einer unerprobten Plattform. Starman Optical wurde erst am 31. August in Delaware eingetragen, während das Photonikgeschäft offenbar neu gegründet wurde und noch eine Anlage in New Jersey aufbaut.1 GoPro erklärt, dass die aktuellen Kameras, Abonnements und Cloud-Dienste unverändert fortgeführt werden, doch Woodman sagte Mitarbeitern, das Unternehmen werde letztlich „breiter aufgestellt, stärker diversifiziert und leistungsfähiger als je zuvor“ werden.2 Für Kunden lautet die Botschaft: alles bleibt wie gewohnt; für Investoren besteht die Wette darin, dass ein Kamerahersteller zu einem Wettbewerber im Bereich Verteidigungs- und KI-Optik werden kann, bevor seine Identität verschwindet.