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September 4, 2026

Die plötzliche Kursänderung von Hurrikan Lowell versetzt Hawaii in Alarmbereitschaft

Meteorologen erkennen eine gefährliche Verlagerung in Richtung Hawaii, aber noch kein eindeutiges Ergebnis: Lowells kraftvolle Annäherung könnte knapp vorbeigehen oder direkt treffen, abhängig von einer instabilen Pazifiklage, die die Modelle noch immer nur schwer auflösen können.

Am Donnerstag blieb Hurrikan Lowell südlich von Hawaii auf Stärke der Kategorie 4 und erreichte nach einer außergewöhnlichen Phase rapider Intensivierung anhaltende Windgeschwindigkeiten von 140 mph. Der Wirbelsturm hatte sich in nur 36 Stunden von einem tropischen Sturm mit 70 mph zu einem Hurrikan der Kategorie 5 mit 160 mph verstärkt — und wurde damit zum ersten Sturm der Kategorie 5 im zentralen Pazifik seit Walaka im Jahr 2018.

Die unmittelbare Sorge gilt nicht Lowells aktueller Position, sondern seinem prognostizierten Schwenk. Statt weiter nach Westen und sicher aufs offene Meer zu ziehen, wird erwartet, dass der Sturm am Wochenende scharf nach Norden dreht und Kauai möglicherweise spät am Montag oder früh am Dienstag gefährlich nahe kommt. Das National Hurricane Center erklärte, Lowell werde „weiterhin voraussichtlich bei seiner größten Annäherung an die Hawaii-Inseln die Stärke eines schweren Hurrikans haben oder dieser nahekommen“.

Diese Prognose hat unter Meteorologen zu einer eindeutigen gemeinsamen Warnung geführt: Schädliche Winde, lebensgefährliche Brandung und Starkregen mit Überschwemmungen sind für die westlichen Inseln möglich. Hurrikanwarnungen könnten bereits am Samstagabend oder Sonntagmorgen herausgegeben werden, falls die prognostizierte Zugbahn bestehen bleibt.

Doch die zentrale Uneinigkeit steckt in der Prognose selbst. Die Modelle stimmen weitgehend darin überein, dass Lowell die ungewöhnliche Norddrehung vollziehen wird; deutlich unsicherer sind sie darüber, wann dies geschieht. Es wird erwartet, dass ein sich näherndes System im Nordpazifik die Überreste von Hurrikan Karina aufnimmt und einen größeren Trog bildet, der Lowell von seinem Westkurs abziehen könnte. Geringfügige Änderungen beim Zeitpunkt dieser Wechselwirkung könnten den Unterschied zwischen einem nahen Vorbeizug vor der Küste und einem Landgang ausmachen.

Meteorologen versuchen, diese Unsicherheit vor dem entscheidenden Zeitfenster am Wochenende zu verringern. Die NOAA plante für Freitag und Samstag mindestens vier Aufklärungsflüge in Lowell, darunter Missionen mit Drohnen in niedriger Höhe, und untersucht zugleich Karina sowie den herannahenden Trog. Das WeatherNext-Modell von Google DeepMind tendiert zu einem nahen Vorbeizug an Kauai und unterstreicht damit das Risiko — ohne die Unsicherheit auszuräumen. Für Hawaii werden die nächsten 48 Stunden entscheiden, ob aus einer seltenen atmosphärischen Wendung ein unmittelbarer Notfall wird.