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September 8, 2026
Googles WeatherNext 3 wird schneller, doch seine Prognosen brauchen weiterhin einen Realitätscheck
Google präsentiert WeatherNext 3 als schnelleren, detaillierteren Weg, frische Beobachtungen in nützliche Prognosen umzuwandeln, insbesondere dort, wo Bodenmessungen rar sind. Unabhängige Analysen stimmen zu, dass das Modell Fortschritte gemacht hat, argumentieren jedoch, dass seine unerklärten Anomalien zeigen, warum KI physikbasierte Wettervorhersagen noch nicht ersetzen kann.
Googles jüngster Vorstoß bei Wettermodellen beruht auf einer einfachen Prämisse: Prognosen verbessern sich, wenn das Modell die Atmosphäre näher an der Echtzeit erfasst. WeatherNext 3, das nun Prognosen in Search, Maps und Gemini speist, stellt Googles KI-System durch die Aufnahme von Satellitenbeobachtungen von Aktualisierungen im Sechs-Stunden-Takt auf stündliche Vorhersagen um.1
Das Unternehmen erklärt, diese Änderung liefere ein globales Bild, das fünfmal schärfer sei als bei WeatherNext 2; einige Variablen würden mit einer Auflösung von bis zu 5 Kilometern statt in einem 25-Kilometer-Raster abgebildet. Google-Forschungsingenieur Samier Merchant sagte, entscheidend sei der Zugang zu „aktuelleren und umfangreicheren Beobachtungsdatensätzen“ gewesen.1 Google zufolge können Niederschlagsvorhersagen mindestens einen Tag im Voraus bis zu 50 % genauer sein, insbesondere bei sich rasch entwickelnden Regen- und Schneesystemen sowie in Regionen mit weniger Bodenmessstationen.1
DeepMind-Chef Demis Hassabis verstärkte die Einführung und bezeichnete WeatherNext 3 als einen „bedeutenden Durchbruch“, der aus „Beobachtungen der realen Welt in Echtzeit“ lerne, um schneller stärker lokalisierte Vorhersagen zu erstellen.
2 Google positioniert das Modell auch als Werkzeug für den Energiesektor, einschließlich Prognosen der Windgeschwindigkeit in Turbinenhöhe, während das Unternehmen angesichts des steigenden Bedarfs von Rechenzentren den Wert erneuerbarer Stromerzeugung betont.1
Eine genauere Lektüre der technischen Ergebnisse dämpft jedoch den Siegesjubel. Eine unabhängige Bewertung stellte gegenüber WeatherNext 2 eine Verbesserung der Genauigkeit in der oberen Atmosphäre um etwa 5 % fest – was laut Google rund sechs zusätzlichen Stunden zuverlässiger Vorlaufzeit entspricht – sowie einen Zuwachs der ortsspezifischen Genauigkeit der Oberflächentemperatur um bis zu 30 %.3
Dieselbe Bewertung identifizierte eine unangenehme Ausnahme bei frühen Prognosen: Bei mehreren Variablen schnitt WeatherNext 3 zunächst schlechter ab als Vergleichsmodelle, bevor es in seinem 15-Tage-Ausblick später vorbeizog. Sie verwies außerdem auf sechseckig wirkende Niederschlagsmuster und globale Temperatur-Ensembles, die zu warm oder zu kühl abdriften können – Auffälligkeiten, für die das Papier keine Erklärung liefert.3
Darin liegt die zentrale Spannung. KI kann weitaus kostengünstiger und häufiger laufen als traditionelle numerische Modelle, bleibt jedoch weitgehend eine Black Box, die Muster lernt. Google selbst trainiert WeatherNext 3 weiterhin mit Daten physikbasierter Modelle, während Meteorologen üblicherweise mehrere Modelle vergleichen, bevor sie Warnungen herausgeben.1