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September 11, 2026
Oracles KI-Cloud-Boom beruhigt die Wall Street, doch die Schuldenlast bleibt
Oracles Ergebnisse lieferten Optimisten Hinweise darauf, dass der kostspielige Vorstoß in KI-Infrastruktur reale Cloud-Umsätze hervorbringt, während Skeptiker weiterhin ein Unternehmen sehen, das erhebliche finanzielle Risiken eingeht, um mit den Hyperscalern Schritt zu halten.
Oracle ging unter Druck in die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal, beweisen zu müssen, dass seine enormen Ausgaben für KI-Rechenzentren schnell genug in Umsatz umgewandelt werden könnten, um die Wall Street zufriedenzustellen. Die Sorge war nicht abstrakt: Das Unternehmen hat mehr als 100 Milliarden US-Dollar an Schulden aufgenommen, um seinen KI-Ausbau zu finanzieren, während Anleger Umfang und Zeitpunkt der Rendite infrage stellten.1
Die Ergebnisse vom Donnerstag lieferten eine deutliche Antwort. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um fast 30 % auf 19,35 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die Erwartungen, während der bereinigte Gewinn je Aktie 1,92 US-Dollar gegenüber dem Konsens von 1,74 US-Dollar erreichte. Der Cloud-Umsatz stieg um 62 % auf 11,61 Milliarden US-Dollar, angeführt von Cloud-Infrastrukturumsätzen von 7,4 Milliarden US-Dollar – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.2
Das Unternehmen teilte zudem mit, es habe 850 Megawatt an Rechenzentrumskapazität hinzugefügt und zusätzliche KI-Cloud-Verträge im Wert von mehr als 30 Milliarden US-Dollar abgeschlossen. Co-CEO Clay Magouyrk betonte, dass diese Verträge „ohne zusätzliches Kapital von Oracle“ gewonnen worden seien – ein gezielter Versuch, die Dynamik bei den Buchungen von der Finanzierungsbelastung zu trennen.2
Anleger begrüßten die Zahlen zunächst und ließen die Aktie nach der Veröffentlichung steigen. Oracle hielt jedoch an seiner Prognose für Investitionsausgaben im Geschäftsjahr 2027 von 90 bis 95 Milliarden US-Dollar fest, nachdem allein im ersten Quartal 28,5 Milliarden US-Dollar ausgegeben worden waren. Magouyrk argumentierte, Anleger sollten Oracles direkte Investitionsausgaben nicht mit der Wachstumskapazität des Unternehmens gleichsetzen, und verwies auf Finanzierungsstrukturen einschließlich Kundenvorauszahlungen und Hardwarevereinbarungen.3
Darin liegt die Zweiteilung von Oracles Geschichte. Das optimistische Szenario lautet, dass ein Infrastrukturwachstum von 121 %, vertraglich gesicherte Nachfrage und ein prognostiziertes Cloud-Wachstum von 64 % bis 70 % im nächsten Quartal zeigen, dass der Ausbau funktioniert. Analysten von Citi erklärten, das Quartal habe „nahezu jedes Kästchen abgehakt“ und das optimistische Szenario gestärkt.1 Das vorsichtige Szenario ist ebenso klar: Oracle meldete Schulden in Höhe von 125 Milliarden US-Dollar, einen negativen freien Cashflow von 5,4 Milliarden US-Dollar und stark beschleunigte Investitionsausgaben.2
Vorerst hat der Markt die Anzeichen für Nachfrage belohnt. Die schwierigere Prüfung besteht darin, ob Oracle diese Nachfrage in nachhaltige Renditen umwandeln kann, bevor seine Rechnung für KI-Infrastruktur noch größer wird.