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September 11, 2026

Anthropics Vorwürfe zur Destillation in China verschärfen einen bereits feindselig werdenden KI-Wettlauf

Washington und Anthropic stellen die Destillation von Modellen im industriellen Maßstab als Bedrohung für Amerikas Führungsrolle bei KI dar, während Peking die Anschuldigungen als politisch motiviert zurückweist und Chinas Fortschritte den eigenen wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten zuschreibt.

Anthropic hatte bereits im Februar gewarnt, dass die Destillation von Spitzenmodellen zu einem ernsten Problem werde. Bis Donnerstag sei die Aktivität eskaliert, hieß es: In China ansässige Labore hätten „zunehmend ausgefeilte Methoden“ entwickelt, um Schutzmaßnahmen zu umgehen und Fähigkeiten aus US-Systemen abzuschöpfen, darunter Claudes Funktionen für Programmierung, Analyse, Werkzeugnutzung und Schlussfolgerungen.

Die Darstellung des Unternehmens unterstrich das Ausmaß dieser Warnung. Anthropic erklärte, es habe fast 200 Millionen Interaktionen mit fünf Kampagnen in Verbindung gebracht. Die größte mutmaßliche Operation, die Alibaba zugeschrieben wird, habe zwischen Mai und Juli 2026 über 3.500 Konten hinweg 151 Millionen Interaktionen umfasst, die alle einen festen Prompt nutzten, um Chain-of-Thought-Material für das Training von Qwen-Modellen hervorzulocken. Zudem behauptete das Unternehmen, eine Kampagne von Moonshot AI habe Anfragen des chinesischen Militärs über Tausende von Konten weitergeleitet.

Die US-Regierung hatte den Einsatz bereits Tage zuvor erhöht. In einer gemeinsamen Veröffentlichung vom Dienstag nannten NSA, CISA und FBI DeepSeek, Moonshot, Alibaba, MiniMax, StepFun und Z.AI und behaupteten, diese hätten seit mindestens Ende 2024 Claude, GPT, Gemini und Grok ins Visier genommen. Die Behörden erklärten, eine solche Extraktion könne Entwicklungszeiten verkürzen und die Kosten für das Training konkurrierender Spitzenmodelle senken, und forderten branchenweite Schutzmaßnahmen gegen „aggressive, böswillige und gezielte Destillierungsaktivitäten“.

Ihre vorgeschlagene Reaktion – strengere Identitätsprüfungen, Überwachung auffälliger Konten und in manchen Fällen die stille Verschlechterung von Antworten für mutmaßliche Angreifer – legt jedoch auch einen Konflikt offen: Schutzmaßnahmen gegen feindselige Kampagnen könnten legitime Nutzer beeinträchtigen oder die Servicequalität verringern.

Pekings Reaktion war unverblümt. Die Sprecherin des Außenministeriums, Mao Ning, sagte, US-Behörden sollten bei KI „auf Zusammenarbeit setzen, statt haltlose Anschuldigungen zu erheben“, und argumentierte, Chinas schnell wachsender KI-Sektor spiegele ein „hohes Maß an wissenschaftlicher und technologischer Eigenständigkeit“ wider. In Washington bewegt sich die politische Stimmung jedoch in die andere Richtung: David Sacks verbreitete die Ansicht, es gebe „schlicht keine Grundlage“ für die Annahme, China würde pausieren, wenn die USA es täten.