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September 12, 2026
Saudi-Drohnenangriff legt wichtige Ölpipeline-Umgehungsroute still, während Riad nicht reagiert
Saudi-Arabien betrachtet den Angriff auf die Pipeline als direkte Bedrohung einer für die Umgehung von Hormus konzipierten Ölexportroute und setzt vorerst darauf, dass der Irak Angriffe von seinem Staatsgebiet eindämmen kann, statt eine breitere Konfrontation auszulösen.
Am Donnerstagmorgen trafen aus dem Irak gestartete Drohnen Saudi-Arabiens Ost-West-Rohölpipeline in den Regionen Riad und Medina, lösten Brände aus, verursachten Schäden und verletzten mehrere Menschen. Der Angriff richtete sich gegen eine strategisch äußerst wichtige Route: Die Pipeline mit einer Kapazität von 7 Millionen Barrel pro Tag transportiert Rohöl durch das Königreich zu Terminals am Roten Meer und verringert so die Abhängigkeit vom Persischen Golf und der Straße von Hormus.1
Bis Freitag hatte Riad die Pipeline vorsorglich stillgelegt, während Einsatzkräfte die Strecke sicherten und ihre Sicherheit bewerteten. Das Energieministerium nannte keinen Zeitplan für eine Wiederinbetriebnahme und erklärte lediglich: „Weitere Entwicklungen werden zu gegebener Zeit bekannt gegeben.“1
Die Stilllegung erfolgt, während der regionale Konflikt die Energiemärkte bereits belastet. Saudi-Aramco-Chef Amin Nasser sagte vergangenen Monat, die Ost-West-Pipeline habe zur Abfederung von Lieferunterbrechungen durch den Iran-Krieg mehr beigetragen als Freigaben aus strategischen Rohölreserven. Als Berichte über den Angriff auf die Pipeline kursierten, stiegen die Ölpreise; Rohöl überschritt im Laufe der Woche die Marke von 100 US-Dollar je Barrel und schloss mehr als 8 % höher.1
Riads Reaktion ist bislang zurückhaltend ausgefallen. Das Außenministerium erklärte, Saudi-Arabien werde von Vergeltungsmaßnahmen absehen, um Bagdad Zeit zu geben, Angriffe zu stoppen, die von irakischem Boden ausgehen.1 Diese Zurückhaltung steht vor einem zunehmend feindseligen Hintergrund: Mit Iran verbündete Kräfte haben den Druck auf das Königreich verstärkt, während Huthi-Angriffe aus dem Jemen Anfang der Woche Energie- und zivile Einrichtungen trafen und mehr als 70 Menschen verletzten. Die im Juli erklärte Seeblockade der Huthi richtet sich zudem gegen saudische Exporte durch Bab el-Mandeb.1
Saudi-Arabien behandelt den Angriff somit sowohl als unmittelbaren Notfall für die Infrastruktur als auch als Test dafür, ob die irakischen Behörden die Militanten eindämmen können, bevor sich eine drohende Krise der Ölversorgung zu einer weiteren regionalen Eskalation ausweitet.