Story
September 12, 2026
Meta streicht Manager für KI und bittet einige dann, wieder zu führen
Metas jüngste Umstrukturierung legt nahe, dass flachere, KI-orientierte Teams auf dem Papier zwar schneller sein mögen, das Unternehmen aber weiterhin Manager braucht, um Forschungs- und Infrastrukturausgaben in Produkte im großen Maßstab umzusetzen.
Metas Neuausrichtung des Managements begann mit dem umfassenderen Bestreben des Unternehmens, schlanker und KI-nativer zu werden. Im Jahr 2023 drängte Mark Zuckerbergs „Jahr der Effizienz“ Manager und Direktoren in Rollen als Individual Contributors oder aus dem Unternehmen – ein intern als „Flattening“ bekannter Prozess.1
Diese Philosophie verhärtete sich in diesem Jahr, als Meta seine Applied-AI-Sparte aufbaute, eine neue Einheit, die Modelle trainieren und ihren Einsatz in den Produkten des Unternehmens beschleunigen soll. Rund 7.000 Beschäftigte wurden AAI zugeteilt, darunter frühere Manager, die in Rollen als Individual Contributors versetzt wurden.2 Das Unternehmen strich dann im Mai etwa 10 % seiner Belegschaft beziehungsweise rund 8.000 Stellen, wobei Manager überproportional betroffen waren, da Meta Berichtswege vereinfachen und den KI-Ausbau finanzieren wollte.1
Die Umstrukturierung verlief nicht reibungslos. Einige Beschäftigte beklagten, sie seien zu AAI „eingezogen“ worden, und Meta gab später versetzten Mitarbeitern die Möglichkeit, sich innerhalb des Unternehmens auf andere Rollen zu bewerben.2 Unabhängig davon reichten im Juli 26 Beschäftigte Klage ein und warfen dem Unternehmen vor, seine internen KI- und Aktivitätsüberwachungssysteme hätten während der Kürzungen unverhältnismäßig häufig Menschen in medizinischer, Eltern- oder Familienauszeit ins Visier genommen.1
Nun folgt die stille Kehrtwende. Meta hat begonnen, ausgewählte AAI-Individual-Contributors zu fragen, ob sie wieder Manager werden möchten; das Programm ist laut mit der Änderung vertrauten Personen freiwillig.2 Meta lehnte eine Stellungnahme ab.
Die Veränderung bedeutet nicht, dass Zuckerberg seine Präferenz für kleine, schnell agierende Teams aufgibt. Vielmehr schränkt sie diese ein. Meta meldete für das zweite Quartal einen Umsatz von 60,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 28 % gegenüber dem Vorjahr, während die Ausgaben angesichts hoher Investitionen in KI-Infrastruktur und Umstrukturierungskosten um 55 % auf 42 Milliarden US-Dollar stiegen.1 Zuckerberg sagte, er sei „begeistert davon, wie KI unseren Teams hilft, die Produktentwicklung zu beschleunigen“. 1
Doch die Entscheidung des Unternehmens, einige Vorgesetzte wieder einzusetzen, vermittelt eine direkte operative Lektion: KI kann Aufgaben und Hierarchieebenen abbauen, doch ihr unternehmensweiter Einsatz erfordert weiterhin Menschen, die die Menschen koordinieren.