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September 15, 2026

Trump nennt Blockade von Briefwahlregel ein Desaster für die Republikaner

Trump stellt das Eingreifen des Gerichts als Einladung zum Betrug und als politischen Schlag gegen seine Partei dar, während die Entscheidung eine gegensätzliche Sorge widerspiegelt: Änderungen von Wahlverfahren zu kurz vor einer Wahl können die Verantwortlichen belasten, die sie umsetzen müssen.

Der Streit begann im März, als Präsident Donald Trump eine Durchführungsverordnung zu Briefwahlzetteln erließ. Ende August folgte der U.S. Postal Service mit einer Regel, die neue Standards für Wahlzettelumschläge festlegte und die Bundesstaaten verpflichtete, Listen der für die Briefwahl berechtigten Wähler zusammenzustellen.

Kritiker warnten, dass die Regelung vielen Menschen das Wählen erschweren könnte. Da die Zwischenwahlen im November bevorstanden — und die republikanischen Mehrheiten in beiden Kammern auf dem Spiel standen — untersagte ein Bundesrichter in Boston ihre Anwendung auf per Post versandte Wahlzettel. Der Fall gelangte daraufhin vor den Obersten Gerichtshof.

Am Montag ließ das Gericht diese einstweilige Verfügung bestehen und verhinderte damit, dass die Regel bei den Wahlen 2026 in Kraft tritt. Die nicht unterzeichnete Entscheidung fiel offenbar mit 7 zu 2 Stimmen aus, wobei die Richter Clarence Thomas und Samuel Alito die einzigen öffentlichen Andersmeinungen vertraten. Richter Brett Kavanaugh, einer von Trumps Ernennungen, sagte, es bestehe „eine realistische Aussicht“, dass die Regel letztlich rechtmäßig sein könnte. Er kam jedoch zu dem Schluss, dass ihre Einführung jetzt „willkürlich und launenhaft“ wäre, weil staatliche und lokale Verantwortliche nicht genügend Zeit hätten, sie vor der Wahl angemessen umzusetzen.

Trump reagierte einen Tag später mit einem vehementen politischen Angriff. „Es ist eine große Niederlage für die Republikaner und für Amerika selbst“, schrieb er und behauptete, die Entscheidung erleichtere den mutmaßlichen Betrug der Demokraten durch Briefwahlzettel. Zudem warf er namentlich nicht genannten Richtern vor, nicht den Mut zu haben, „unser Amerika“ zu „retten“, während er Alito und Thomas als „Legenden“ lobte.

Der Konflikt geht damit über eine einzelne Regel des Postdienstes hinaus. Trump stellt die Briefwahl als Bedrohung für die Integrität von Wahlen dar; die tragende Begründung des Gerichts war zumindest vorerst enger gefasst: Wahlsysteme können nicht unmittelbar vor einer landesweiten Wahl abrupt umgestaltet werden.