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September 16, 2026
EU öffnet Kanada die Tür, während Trumps Handelskrieg sich verschärft
Brüssel sieht in einem Weg zur assoziierten Mitgliedschaft für Kanada eine Möglichkeit, gleichgesinnte Demokratien in einer unruhigen Welt enger miteinander zu verbinden, während Ottawa signalisiert hat, dass es eher eine besondere Sicherheits- und Wirtschaftsallianz als einen vollständigen EU-Beitritt anstrebt.
Die Wende wurde am Mittwoch in Straßburg bekannt gegeben, wo EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrer jährlichen Rede zur Lage der Europäischen Union vorschlug, Kanada zum ersten assoziierten Mitglied des 27 Staaten umfassenden Blocks zu machen.
In Anwesenheit des kanadischen Premierministers Mark Carney im Plenarsaal sagte von der Leyen, Europa und Kanada müssten „unsere Partnerschaften dringend neu denken“, und sie wolle Kanada die Tür öffnen, das erste assoziierte Mitglied der EU zu werden. Sie stellte das Angebot als Ausweitung des bestehenden CETA-Freihandelsabkommens dar — das 99 % der Zollpositionen abschaffte, als es 2017 vorläufig in Kraft trat — hin zu „einem gemeinsamen Raum für Wohlstand und wirtschaftliche Sicherheit“.1
Der Zeitpunkt ist entscheidend. Kanada befindet sich mit den Vereinigten Staaten in einem Zollstreit und hat geschworen, die Zölle von Präsident Donald Trump Dollar für Dollar zu erwidern. Für von der Leyen sind engere Beziehungen nicht bloß wirtschaftlicher Natur: Sie sagte, die EU und Kanada „sehen die Welt mit denselben Augen“, und verwies dabei auf künstliche Intelligenz, Klimapolitik, Geopolitik und die Sicherheit in der Arktis.1
Carneys zuvor geäußerte Präferenz war enger gefasst als eine Vollmitgliedschaft: eine „einzigartige Sicherheits- und Wirtschaftsallianz“ mit Europa. Diese Unterscheidung ist wichtig. Der Vorschlag würde prüfen, ob Brüssel eine flexible neue Partnerschaftsstufe schaffen kann, nachdem es sich lange gegen solche Vereinbarungen gesträubt hatte, einschließlich Vorschlägen Anfang dieses Jahres, einen assoziierten Status für die Ukraine in Betracht zu ziehen.1
Der Ökonom Holger Schmieding nannte den Schritt „einen großen Schritt“ und argumentierte, er spiegele Europas Bemühungen wider, die Verbindungen zu gleichgesinnten Ländern zu vertiefen und zugleich weniger abhängig von den USA und China zu werden. Der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange, formulierte die strategische Logik unverblümter: Mittelmächte müssten zusammenarbeiten, sagte er, denn andernfalls „werden Sie Teil der Speisekarte sein“.1