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September 19, 2026

Microsofts KI-Warnungen sind jetzt eine Waffe im Urheberrechtskrieg um Nachrichten

Verlage sagen, neu veröffentlichte interne Warnungen zeigten, dass Microsoft und OpenAI verstanden hätten, dass KI-Produkte den Journalismus, von dem sie abhängen, untergraben könnten. Microsoft argumentiert jedoch, die scharfe Sprache seines Mitarbeiters sei eine persönliche Meinung und keine Erklärung der Unternehmenspolitik gewesen.

Der Streit reicht bis Ende 2023 zurück, als The New York Times OpenAI und Microsoft wegen der mutmaßlichen Nutzung ihrer Berichterstattung zum Training generativer KI verklagte. Elf weitere Verlage schlossen sich dem Fall später an, und Richter Sidney H. Stein prüft nun Anträge auf ein summarisches Urteil, während Dokumente schrittweise entsiegelt werden.

Diese Schriftsätze haben Nachrichtenorganisationen ungewöhnlich scharfe Munition geliefert. Ein Brent Hecht, Director of Applied Science bei Microsoft, zugeschriebenes Memo vom Januar 2023 bezeichnete das massenhafte Sammeln von Online-Arbeiten als „den größten Diebstahl von Arbeit in der Menschheitsgeschichte“, während eine andere Warnung es als „einen erstaunlichen Diebstahl von beispiellosem Ausmaß“ bezeichnete.

Der weitergehende Fall der Verlage lautet, dass die Unternehmen die kommerzielle Gefahr früh erkannt hätten. Eine interne Microsoft-Präsentation warnte Berichten zufolge vor einer „Todesspirale“: KI-Antwortprodukte könnten Leser von Verlagen abziehen, das Inhaltsangebot im Web schwächen und letztlich den darauf aufgebauten Modellen schaden. Der Schriftsatz führte Microsoft-Daten an, denen zufolge Copilots Antwortmaschine die Klickraten zur Times-Domain gegenüber der herkömmlichen Bing-Suche um bis zu 93 % senkte.

Auch die interne Diskussion bei OpenAI weist, wie sie in den Schriftsätzen beschrieben wird, in dieselbe Richtung. Nick Turley, der Leiter von ChatGPT, schrieb, Verlage stünden durch Produkte, die „weitgehend substitutiv“ seien und mit ihrer Verbesserung noch stärker würden, vor einer „existenziellen Bedrohung“. Die Schriftsätze behaupten außerdem, OpenAI-Mitarbeiter hätten über einen Weg diskutiert, die Paywall der Times zu umgehen, worauf Präsident Greg Brockman mit „ah nice“ geantwortet habe.

Microsoft bestreitet diese Auslegung. Ein Sprecher erklärte, Hechts Kommentare „spiegeln die individuelle Perspektive eines Mitarbeiters wider, sind keine rechtliche Analyse und repräsentieren nicht die Ansichten des Unternehmens“. Das Unternehmen hält daran fest, dass seine KI-Produkte eine transformative faire Nutzung und kein Ersatz für Nachrichtenseiten seien.

Darin liegt nun die Trennlinie vor Gericht: Verlage sehen Insider, die ein Modell der Extraktion und Substitution einräumen; Microsoft sieht eine umstrittene interne Debatte, nicht den Beweis, dass sein KI-Geschäft das Urheberrecht verletzt hat.

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