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September 20, 2026
Buffetts Abgang stellt Berkshires Kultur – und Abels Kapitalentscheidungen – auf die Probe
Warren Buffetts Nachfolgeplan teilt die Zukunft von Berkshire Hathaway zwischen Greg Abels operativer Autorität und Howard Buffetts Rolle als Hüter seiner Kultur auf. Unterstützer sehen Kontinuität; der Markt sieht eine Billionen-Dollar-Prüfung dafür, ob das Unternehmen ohne seinen Schöpfer seinen Vorsprung bewahren kann.
Warren Buffetts lange geplanter Rückzug von Berkshire Hathaway trat am Freitag in seine entscheidende Phase ein, als der 96-Jährige als Vorsitzender des 1-Billion-Dollar-Konglomerats zurücktrat, das er seit 1965 führt. Er wird Direktor bleiben und zum Ehrenvorsitzenden ernannt, schrieb er schlicht: „Vater Zeit gewinnt immer.“1
Die Änderung folgt auf Buffetts Ankündigung vom Mai 2025, dass Greg Abel die Position des Chief Executive übernehmen werde – eine Übergabe, bei der Buffett den Vorsitz noch neun weitere Monate behielt. Nun übernimmt Howard Buffett, Warrens Sohn und seit 1993 Berkshire-Direktor, diesen Posten – allerdings nicht, um das Unternehmen zu führen.
Die Arbeitsteilung ist ungewöhnlich klar. „Greg leitet das Unternehmen; Howard wird seine Kultur und Werte bewahren“, schrieb Buffett und zeichnete seinen Sohn als Schutzmechanismus für Berkshires dezentralen Buy-and-Hold-Charakter und nicht als neuen Dealmaker.2 Abel erklärte seinerseits, dass die von Buffett aufgebaute Kultur für das Unternehmen zentral bleiben werde.
Howard bringt einen unkonventionellen Lebenslauf für den Vorsitz eines Unternehmensriesen mit: Landwirt, ehemaliger Sheriff in Illinois, Leiter einer humanitären Stiftung und Fotograf, dessen Arbeit ihn in Konfliktzonen und Wildtierlebensräume in rund 130 Ländern geführt hat. Seine Erfahrung liegt größtenteils außerhalb der Finanzwelt, doch genau das ist der Sinn des Nachfolgeplans. Von ihm wird nicht erwartet, die Kapitalallokation oder Übernahmen zu steuern; er soll verhindern helfen, dass ein künftiges Führungsteam die Eigenschaften demontiert, die Berkshire unverwechselbar gemacht haben.
Damit steht Abel vor dem unmittelbaren, schwieriger messbaren Urteil des Marktes. Die Berkshire-Aktien liegen 2026 bislang rund 1 % im Plus, verglichen mit einem Anstieg des S&P 500 von mehr als 11 %, während Anleger beobachten, wie er den Cashbestand des Unternehmens von 365,5 Milliarden Dollar einsetzt. Er hat bereits die Aktienrückkäufe erhöht und bedeutende Investitionen getätigt, darunter in Alphabet und den Hausbauer Taylor Morrison.
Buffett sprach Abel eine nachdrückliche Empfehlung aus: Er habe seine „himmelhohen“ Erwartungen übertroffen. Doch Berkshires nächstes Kapitel wird davon abhängen, ob der CEO dieses Vertrauen in Renditen sichtbar machen kann – und ob Howard sicherstellen kann, dass der Erfolg nicht auf Kosten der von Buffett aufgebauten Kultur geht.