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September 25, 2026
Trump und Xi inszenieren sich, während Handels- und KI-Spannungen drohen
Trump nutzt Zeremonie und persönliche Diplomatie, um eine funktionierende Beziehung zu Xi zu demonstrieren, während Peking den Empfang als Beweis seines globalen Ansehens betrachtet. Hinter der Inszenierung stehen beide Seiten vor denselben ungelösten strategischen Streitfragen und begrenzten Erwartungen an Durchbrüche.
Xi Jinpings erster Besuch in Washington seit 2015 begann mit einer Choreografie, die normalerweise den engsten Verbündeten vorbehalten ist: einem Empfang auf dem roten Teppich auf der Joint Base Andrews, Militärmusik, Flaggen und einem Staatsdinner im Weißen Haus. Trumps Entscheidung, Xi an der Flugzeugtreppe zu empfangen, war eine ungewöhnlich persönliche Geste, die den Wert unterstreichen sollte, den er der Beziehung beimisst.1
Der Zeitpunkt ist politisch brisant. Vor einem Jahr befanden sich die beiden größten Volkswirtschaften der Welt in einem eskalierenden Zollstreit, der die Verbraucherpreise erhöhte und Unternehmen über Grenzen hinweg verunsicherte.2 Die unmittelbare Aufgabe besteht nun darin, den fragilen Handelsfrieden zu bewahren, auch wenn die Agenda sich auf Taiwan, Chinas Beziehungen zum Iran und den Wettbewerb um die Vorherrschaft bei künstlicher Intelligenz erstreckt.
Trump hat den Gipfel zunächst als Test des gegenseitigen Verhältnisses dargestellt. „Wir werden ein sehr gutes Treffen haben“, sagte er vergangene Woche und fügte hinzu, dass er und Xi „eine gute Beziehung“ hätten.3 Diese Betonung des Persönlichen passt zu einem Besuch, der auf Spektakel ausgerichtet ist: Militärkapellen, Überflüge und ein abendliches Bankett, gefolgt von weiteren Treffen vor Xis Abreise.
Doch die zentralen Meinungsverschiedenheiten lassen sich schwerer wegchoreografieren. Trump sagte, „Super Intelligence“ werde ein wichtiges Thema sein, bestand jedoch darauf, die KI-Politik „genau dort zu belassen, wo sie ist“; China teile diese Position, sagte er.1 Das deutet auf eine gemeinsame Zurückhaltung hin, das Technologierennen zu bremsen, nicht auf ein neues Sicherheitsabkommen.
China wiederum hat den Empfang als Beleg für seinen Stellenwert dargestellt, wobei seine Medien Xis Behandlung in Washington hervorhoben.1 Der Gipfel bietet daher jedem Staatschef ein innenpolitisches und diplomatisches Bild der Stabilität. Die weitergehende Erwartung von Analysten ist jedoch zurückhaltender: Aufwendiges Protokoll mag das Treffen glätten, doch es dürfte die darunterliegenden Handels-, Sicherheits- und Technologiespannungen kaum beilegen.3