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20. Okt. 2026
Washingtons Verbot von DeepSeek macht den KI-Wettlauf zu einem sicherheitspolitischen Patt
Washington stellt DeepSeek als möglichen Kanal dar, über den sensible Regierungsdaten nach China gelangen könnten, während Peking den Schritt der USA als weiteren Brennpunkt in einem sich verschärfenden Wettbewerb zwischen den beiden KI-Großmächten der Welt beschreibt.
Der Aufstieg von DeepSeek verlief rasant. Das in Hangzhou ansässige Start-up erregte Anfang 2025 weltweit Aufmerksamkeit, nachdem es Modelle veröffentlicht hatte, die als konkurrenzfähig zu führenden US-Systemen galten — und brachte damit sofort einen chinesischen KI-Herausforderer ins Visier der Sicherheitsbehörden in Washington.1
Bis Februar hatte das US-Cybersicherheitsunternehmen NowSecure laut dem späteren Bericht des Heimatschutzministeriums Schwachstellen in DeepSeeks iPhone-App identifiziert, darunter die unverschlüsselte Übertragung einiger Informationen und die unsichere Speicherung sensibler Daten. Eine Untersuchung des Sonderausschusses des Repräsentantenhauses warf dem Unternehmen im April zudem vor, Nutzerdaten aus den USA nach China zu übermitteln und einige Antworten an Pekings Zensurregeln anzupassen.1
Das formelle Vorgehen der Regierung folgte im Juli. Eine am 24. Juli unterzeichnete und am 19. Oktober veröffentlichte Anordnung des Heimatschutzministeriums warnte, dass sich DeepSeek-Server in China befinden, wo Behörden Unternehmensinformationen verlangen können. Das Ministerium erklärte, von US-Beschäftigten oder Auftragnehmern eingereichtes Material könne nach China übermittelt und zur Informationsgewinnung über Personal und Bundesbehörden genutzt werden.1
Am 16. Oktober erließen die Minister für Heimatschutz und Krieg gemeinsam mit dem Direktor der nationalen Nachrichtendienste Anordnungen, die Exekutivbehörden verpflichten, die Software zu entfernen. Das Verbot reicht über DeepSeeks eigenen Chatbot hinaus: Zivile Behörden dürfen auch keine externen Dienste nutzen, die dessen Modelle integrieren.2 Die CISA erklärte, die Anordnungen „verbieten die Installation, den Zugriff auf oder die Ausführung einer Deepseek-Anwendung“ und verpflichteten die Behörden, bestehende Installationen zu finden und zu entfernen.1
Washingtons Argument betrifft somit nicht nur eine App, sondern die weniger sichtbare Verbreitung der zugrunde liegenden Modelle über staatliche Zulieferer und Verträge. SAM.gov führt DeepSeek unter einem aktiven Ausschluss ohne vorgesehenes Enddatum.1
China wies am Dienstag die Vorwürfe zurück, verteidigte DeepSeek nach dem Verbot für zivile Bundesbehörden und stellte die Maßnahme als Teil der umfassenderen Spannungen im hitzigen Technologiewettlauf der beiden Länder dar.3 Die Kluft ist nun offensichtlich: US-Vertreter sehen ein in die KI-Lieferkette eingebettetes Risiko für die Datensicherheit; Peking sieht eine weitere Front in einem strategischen Wettbewerb um technologische Macht.