Story
22. Okt. 2026

EAs Wachstums-Reset opfert BioWare und Mass Effect.

EA stellt die Schließung von BioWare als harte strategische Entscheidung in einem wettbewerbsintensiveren Spielemarkt dar, während das Studio und seine Community darin das Ende einer kreativen Heimat sehen, deren Welten Generationen von Spielern geprägt haben.

BioWares Geschichte begann 1995 in Edmonton und begründete seinen Ruf mit Rollenspiel-Meilensteinen wie Baldur’s Gate, Neverwinter Nights, Knights of the Old Republic, Mass Effect und Dragon Age. EA übernahm das Studio 2007, doch die späteren Jahre brachten wechselhafte Ergebnisse: Anthem schwächelte, Mass Effect: Andromeda enttäuschte viele Spieler, und Dragon Age: The Veilguard verfehlte die Verkaufserwartungen.

Der Druck verstärkte sich, nachdem EAs 55 Milliarden Dollar schwerer Deal zur Privatisierung, angeführt von Saudi-Arabiens Public Investment Fund gemeinsam mit Silver Lake und Affinity Partners, im August abgeschlossen wurde. Am Mittwoch bestätigte EA rund 400 Stellenstreichungen — etwa 3 % seiner Belegschaft — und erklärte, BioWare sowie seinen Standort in Edmonton zu schließen.

EAs Führung stellt die Entscheidung als Neuausrichtung des Portfolios dar, nicht als Absage an BioWares Vermächtnis. Angesichts einer größeren Auswahl für Spieler und zunehmender Konkurrenz erklärte das Unternehmen, Talente und Investitionen auf weniger, größere Projekte zu konzentrieren — darunter Battlefield, Apex Legends, Marvel’s Iron Man, das nächste Star Wars Jedi, Project Gridiron und ein wiederbelebtes Fight Night. Das unmittelbare Opfer war das kleine BioWare-Team, das an der frühen Entwicklung des nächsten Mass Effect arbeitete: „Wir haben die Entscheidung getroffen, diese Entwicklung nicht fortzusetzen.“

BioWares eigener Abschied schlug einen weitaus persönlicheren Ton an. „Es ist keineswegs leicht, diese Worte zu schreiben“, hieß es; zugleich versprach das Studio, die Mitarbeiter beim Übergang zu unterstützen, und dankte den Spielern, die sich seine Welten zu eigen gemacht hatten.

Diese Kluft — Unternehmensfokus gegen kulturellen Verlust — spiegelte sich online wider. Elon Musk teilte erneut die Klage eines Fans, BioWares frühe Spiele hätten sich an „das gerichtet, was ich mir von einem Spiel wünschte“, bevor er hinzufügte, dass „sie sie alle, einen nach dem anderen, getötet haben“. Für EA ist die Schließung eine Wette auf Größe. Für langjährige Spieler ist sie das Ende eines Studios, das entscheidungsgetriebene RPGs äußerst persönlich wirken ließ.